Geschichten von mir geschrieben

 

 

Dunkelheit durchzieht den Wald. Es ist kaum die Hand vor Augen zu sehen, denn dicke Wolken verdecken den Mond. Eine Frau, gefangen in einem Sumpf aus Angst, Einsamkeit und Kälte, ruft nach ihrem geliebten Mann. Ihre Augen versuchen die Dunkelheit zu durchdringen und den Mann, dem sie vertraut, den sie über alles liebt, zu entdecken. Die herrschende Stille wird immer wieder von leisen, wimmernden Weinlauten unterbrochen. Die Frau zittert immer mehr und ihre Laute werden immer kläglicher. Plötzlich lassen die dicken Wolken den Mond hervor treten, der sein mattes Licht auf die Erde wirft. Mit einem hoffen in ihren verweinten Augen kann sie endlich ihren Mann erblicken. Sogar ein sachtes Lächeln zieht sich auf ihre Lippen. „Da bist Du ja. Ich habe so nach Dir gerufen. Bitte komm und halte mich, ich brauche Dich jetzt so sehr.“ Sprach sie leise aus. Doch er sah sie mit kaltem Blick an und lachte knapp. Seine Arme verschränkten sich vor seiner Brust und er machte keine Anstalten zu ihr zu gehen. Eine Frau trat aus den Schatten und schmiegte sich an den Mann. Mit einem fiesen Grinsen sah sie die Frau, seine Frau an und sprach zu ihr: „Er liebt Dich nicht mehr! Wir gehören zusammen, er hat immer nur mich geliebt. Sieh Dich doch mal an, was für eine jämmerliche Frau Du bist. So hässlich und dick und dann sieh mich an.“. Den Worten folgte ein triumphierendes Lachen. Er legte seinen Arm um die Andere und nickte bestätigend ob ihrer Worte. Seine Frau zitterte immer mehr und man konnte deutlich die Panik und Verzweiflung in ihrem Gesicht sehen. Sie brauchte einige Anläufe, um etwas zu sagen: „Bitte, das stimmt doch nicht. Er hat mir gesagt, dass ich der wichtigste Mensch in seinem Leben bin, er mir sein Leben zu verdanken hat und er mich immer lieben wird. Bitte, sag es ihr doch.“. Aber er blieb stumm, sah sie weiter mit diesem kalten Blick an. Eine weitere Frau trat aus den Schatten hervor und sofort konnte sie sie als seine Schwester identifizieren. Auch sie erhob ihre Stimme gegen die weinende Frau: „Du hast unsere Familie kaputt gemacht und meinen Bruder von mir entfremdet. Für Dich kann ich nur Mitleid empfinden, denn Du merkst nicht mal, wie erbärmlich Du bist. Lass ihn in Ruhe, Du bist nicht wert, mit ihm zusammen zu sein!“. Während sie sprach, legte er seinen Arm um die Andere. Alle Drei lachten über die Frau, die nun bleich im Gesicht war und deren Augen dick verquollen waren, wegen der vielen Tränen, die sie schon geweint hatte. Schließlich entfernten sich die Drei und mit ihnen schwand auch wieder das matte Licht des Mondes. Sie war nun ganz allein und der Mensch, für den sie bereit war ihr Leben zu geben, würde nun nicht für sie da sein, ihr helfen und sie schützen. Aus ihren Augen wich jeglicher Lebensmut und in ihren Gedanken herrschte nur noch eines: sie wollte nicht mehr leben!

Die Zeit, die sie verheiratet waren, schaffte er es immer wieder, aufkommende Freundschaften von ihr, kaputt zu machen. Und sie glaubte immer mehr, dass sie nur ihn braucht. Doch gerade dann, als er sie so mies und fies zurück ließ, waren da ihre neuen Freundinnen, die sie aus dem Sumpf holten, ihr neue Kraft gaben und dafür sorgten, das sie nicht mehr ganz so sehnlichst sterben wollte. Sie zogen sie ein Stück aus dem Sumpf und immer dann, wenn sie glaubt völlig allein auf dieser Welt zu sein und kein Recht hat zu leben, sind es ihre Freundinnen, die für sie da sind und diese Gedanken in den Hintergrund befördern.

Die Frau ist ihren Freundinnen so sehr dankbar und weiß gar nicht, wie sie das wieder gut machen kann. Sie kann ihnen nur ihre Freundschaft zurückgeben und ebenso für sie da sein, wie sie für sie waren und noch immer sind.

 

Von Christiane

Für Christina, Susann, Adriane, Petra, Julia, Ömmi (hab euch lieb und danke euch so sehr)

und auch an Axel

 

 


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